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  • 14.05 & 16.05.2015 - Millerntor-Stadion
  • Fußball, Kultur, Liebe in der Gegengerade
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Liebesansichten – das Film-Programm

13:30 Uhr Nächstenliebe

Wer braucht schon ein Sektfrühstück bei Real Madrid

Ben Redelings, 2004, 84 min

Am Sonntag haben wir Gäste aus Bochum. Und weil viele von denen ähnlich bekloppt sind wie wir, zeigen wir Euch “den” Fanfilm zum Phänomen VfL Bochum von Ben “Scudetto” Redelings. Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem VfL Bochum und seinen treuen wie leidenschaftlichen Fans. Einige von diesen, z.B. Uwe Fellensiek, Jo Hartmann, Frank Goosen, Christoph Biermann oder Frank Benatelli, erzählen im Film über ihre Leidenschaft zum VfL und über die vielen schönen, spannenden, ereignisreichen aber auch traurigen Geschichten, die sie zusammen mit diesem Klub erlebt haben.

Heraus kommt eine Dokumentation, die geprägt ist von tiefen Emotionen, lustigen Anekdoten und einer mit Worten nicht zu beschreibenden Begeisterung für diesen Verein, den VfL Bochum. Im Film erzählen Menschen wie Frank Goosen, Uwe Fellensiek, Christoph Biermann, Günther Pohl, Lobo Wolf oder Frank Benatelli über ihren VfL. Namen wie Hans Walitza, Jochen Abel, “Köttel” Versen und Heinz-Werner Eggeling werden noch einmal lebhaft in Erinnerung gerufen!

 

15:15 Uhr Aus Liebe zum Spiel

Trainer!

Aljosha Pause, 2013, 90 min

Aljosha Pause (Tom meets Zizou) blickt in seinem preisgekrönten Film hinter die Kulissen eines vermeintlichen Traumberufes. Unter anderem wird André Schuberts Arbeit beim FC St. Pauli beleuchtet. Was lief da schief? Vielleicht gibt es hier ein paar Antworten.

Deutschland ist längst das Land der Taktikfüchse, selbst ernannten Bundestrainer und Sofa-Zampanos. Die wenigen Auserwählten, die diesem nationalen Lieblings-Hobby professionell und hoch bezahlt nachgehen dürfen, stehen nicht zuletzt deshalb im Beurteilungs-Fokus der fußball-verrückten Massen. Profi-Trainer agieren im Epizentrum der modernen Medienmaschinerie. Im ohnehin völlig irrationalen Fußball-Business. Die oberflächliche und tendenziöse Berichterstattungskultur einiger Medien fördert diese Stimmung der Unsachlichkeit. Der Druck steigt dabei oftmals ins Unermessliche. Doch worauf kommt es in diesem Beruf wirklich an? Über den – vermeintlich – jeder schon alles weiß, es meistens sogar besser wissen will. Der Dokumentarfilm „Trainer!“ ist eine Annäherung an diesen unnahbaren Beruf. Von der Ausbildung zum Fußballlehrer bis in die Spitze des deutschen Fußballs. Eine filmische Reise durch die Trainer-Republik.

 

17:00 Uhr Aus Liebe zum Viddel

Swingpfennig/Deutschmark

Margit Czenki, 1994, 91 min

Es gibt keinen Film, der die aufregende Stimmung in den Soulkaschemmen, Seitenstraßen, Hotdogläden und WGs dieser Zeit so toll festhält, wie dieser. In dem “Roadmovie zu Fuß” schweifen junge Leute aus der Subkultur dieser Zeit (u.a. Francoise Cactus, Ted Gaier, Ale Dumbsky, Schorsch Kamerun, Daniel Richter) durch St. Pauli und finden überraschende Spuren einer verdrängten Alltagskultur des “Gegenlebens” während der Nazi-Zeit: Spuren der Swingjugend, ihrer Orte, ihrer Musik; des Chinesenviertels, Hinterzimmerfilme, und die Bilder einer Malerin, Elfriede Lohse-Wächtler, die dieses abweichende Leben auf dem Kiez vor und in der Nazizeit zeichnete und aquarellierte – bis sie für verrückt erklärt und ermordet wurde. Margit Czenkis Film fängt gleich zwei Zeitebenen ein: Einerseits ein wertvolles Dokument des subkultur geprägten St. Pauli zur Zeit als Punk und Hip Hop aufeinender trafen, zur Zeit der Wohlfahrtsausschüsse, zur Zeit der sich nach der Wiedervereinigung häufenden rechtradikalen Übergriffe und des Widerstands dagegen – und nachinszenierte Szenen aus dem “3. Reich”, die traumartig aus der Vergangenheit wieder auftauchen und als verdrängte Vergangenheit albtraumartig in der Gegegenwart wieder auftauchen. Auch in dieser Hinsicht ist der Film brandaktuell.

Gast: Margit Czenki

Szenenbilder und Beschreibung bei Planbude.

 

19:00 Uhr Übersteigerte Liebe

Aufstieg und Fall

Oliver Heine/Übersteiger, 2013, 10 min

A St. Pauli  Space Odyssey. Aus dem Stadion und dem Viertel ins Weltall. Duchgeknalltes Perspektivwechsel-Experiment des Übersteigers. Wir schießen sie zum Mond, das “verlogene Zeckenblatt“.

Making Of auf dem Übersteiger-Blog.

 

Und ich weiß, warum ich hier stehe

Millertnor Roar!, 1991, 92 min

Tränen liefen über die Gesichtern von Spielern und Fans, als der FC St. Pauli im Juli 1991 beim Relegationsspiel gegen die Stuttgarter Kickers mit 3:1 unterlag und den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste. Drei Jahre lang wurde am Millerntor Bundesliga gelebt, gespielt und gefeiert, wie in keinem anderen Stadion. Die einmalige Zuschauerstruktur verhalf dem FC St. Pauli zu den besten Fans der Liga, die in jedem Stadion gerne gesehen wurden. Der Film ist eine Mischung aus den Gefühlen der Fans, aus Kritik an bestehenden Verhältnissen im Profifussball und nicht zuletzt auch eine Liebeserklärung an den FC St. Pauli, der für viele Fans mehr ist als nur ein Fussballverein. Der Film zeigt die Heim- und Auswärtsspiele, die Erfolge und Niederlagen, sowie die Sonnen- und Schattenseiten des bezahlten Fussballs. Und das keineswegs objektiv, sondern aus der Sicht der Fans.

Das Grundsatzprogramm der Fanszene des FC St. Pauli. Wie wurde der FC St. Pauli das was er ist? Wie hat die Liebe zum Fußball einiger linker Aktivisten diesen Verein verändert? Wie waren die Pionierjahre des “neuen” FC St.Pauli? Der Film des Millerntor Roar”, des legendären Fanzines, des Vorläufer des Übersteiger zeigt Ereignisse, die heute Legende sind. Nazis gegen Punks, Hooligans gegen die Hafenstraße, Liebe gegen Hass! Wer wissen will, warum wir sind, wie wir sind, wird es hier erfahren.

Gäste: Oliver Heine (Übersteiger) Ronny Galczynski (Buchautor / Der Übersteiger)

Ort Fansaal in den Fanräumen
Zeit Samstag, 16.05.2015, ab 13 Uhr bis ca. 21:30 Uhr
Kurator Mirco Hölling (u.a. Übersteiger Fanzine)